Veneto

Veneto in 7 Tagen [ LB ]

Vor über fünfhundert Jahren eroberte Venedig das Festland im östlichen Oberitalien, die “Terraferma”, nahezu identisch mit dem heutigen Veneto. Nur knapp 250 km Luftlinie trennen München von Vicenza, dem Ausgangs- und Endpunkt dieser Reise. Dank bester Verbindungen sind es auch mit Auto und Bahn nicht viel mehr. Wir möchten Sie in eine der kunstreichsten Gegenden Europas entführen: nach Padua mit dem Palazzo della Ragione, dem berühmten Freskenzyklus Giottos und dem “Santo”; nach Vicenza, der “Stadt Palladios”, mit einigen seiner bedeutendsten Werke; darüber hinaus zu den schönsten Landvillen des großen Vicentiners, der wie kein anderer das Baugeschehen weltweit beeinflusst hat (da meist in Privatbesitz, ist die Besichtigung der Villen nicht immer gesichert). Wir werden alte Städtchen wie Arquà Petrarca, Este, Castelfranco und Asolo sehen, aber auch Chioggia, die Miniaturausgabe Venedigs, und natürlich die “Serenissima” selbst.

Route

Die ersten drei Radltage verlaufen fast völlig im Ebenen. Danach im Prosecco und am sechsten Tag auch etwas hügelige Abschnitte. Über große Strecken auf ruhigen Sträßchen. Zwischendurch sind ein paar wenige Abschnitte mit Verkehrsberührung unvermeidbar. Insgesamt eine der leichteren Rotalis-Reisen. (274 km)

Hotel Information

Durchweg sehr gute Gastronomie und Hotellerie. Eine angenehme Mischung aus modernen und historischen Häusern mit viel Ambiente.

Anreiseinformationen

Flug: Sie können Ihren Flug nach Verona oder Venedig über Rotalis buchen (mit Lufthansa und Partnergesellschaften) oder diesen selbst organisieren (beachten Sie ggf. auch Billigflug-Angebote). Von dort sind Sie per Bus bzw. Bahn in ca. 80 Minuten in Vicenza, das zugleich Endpunkt der Reise ist. Vom Bahnhof bringt Sie das Taxi in fünf Minuten zum Starthotel. (Transfers nicht im Arrangement enthalten.)

Bahn: Von München tagsüber im Zweistundentakt mit Eurocityzügen in 6,5 Stunden nach Vicenza, direkt oder mit Umsteigen in Verona. Per Taxi sind Sie vom Bahnhof Vicenza in fünf Minuten im Starthotel.

PKW: Ab München in ca. 5 Stunden. Wagenunterstellung während der Radreise in der hoteleigenen Garage gegen Gebühr möglich (s. „Rotalis-Reiseinformationen“).

 

Für welche Art der Anreise Sie sich auch entscheiden, in den ausführlichen „Rotalis-Reiseinformationen“, die Sie mit der Teilnahmebestätigung erhalten, finden Sie nützliche Hinweise für eine problemlose Anreise zum Startort Ihrer Radreise und zurück, auch wenn Sie des Italienischen nicht mächtig sind. Sie werden im „Hotel De La Ville“, dem besten Viersternehaus der Stadt, erwartet. Die Übernachtung von Samstag auf Sonntag (mit Frühstück) ist im Reisepreis bereits enthalten.

Am Nachmittag ist eine zweistündige Besichtigung Vicenzas, der „Stadt Palladios“, vorgesehen (Treffpunkt 15.45 Uhr in der Hotelhalle). Zeugnisse seines Wirkens sind u. a. die Basilika mit Loggien an der schönen Piazza dei Signori, die Loggia del Capitaniato und das Teatro Olimpico mit Bühnenkulissen, die seit über 400 Jahren unverändert geblieben sind.

1. Tag | Sonntag | Vicenza - Padua | 49 km

Nach Anpassung der Räder starten wir heute bereits etwas früher, durchqueren zuerst noch einmal das Herz dieser schönen Stadt und verlassen sie dann entlang dem mäandernden Bacchiglione. Über Sträßchen und Bauernwege erreichen wir die auf niedriger Anhöhe gelegene Villa Emo di Capodilista mit ihrem herrlichen Freskenschmuck (Besichtigung nicht immer möglich). Bereits am frühen Nachmittag sind wir in Padua, wo wir im „Plaza“, dem besten Hotel der Stadt, logieren. Eingehende Besichtigung der Altstadt mit ihren alten Vierteln und niedrigen Lauben. An der über 750 Jahre alten Universität wirkten bereits große Gelehrte wie Albertus Magnus und Galileo Galilei. Innenbesichtigung der Arenakapelle mit dem berühmten Freskenzyklus von Giotto. Angesichts rigoroser Regelungen der Besucherfrequenz könnte die Besichtigung ausnahmsweise einmal entfallen. Alternativ bietet sich dann das ebenfalls sehr sehenswerte Baptisterium an. Bummel über die prächtigen Plätze mit dem Palazzo della Ragione, der Loggia del Capitaniato und dem berühmten Caffè Pedrocchi. Abendessen in einem der renommiertesten Restaurants der Stadt unweit des Hotels.

2. Tag | Montag | Padua - Chioggia | 47 km

Am Morgen sehen wir die imposante Grabkirche des heiligen Antonius mit ihren markanten sieben Kuppeln, kurz „Santo“ genannt. Vorbei an Abano und Montegrotto, seit Römerzeiten besuchte Bäder, radeln wir an den Fuß der Euganeischen Hügel. Hier überlassen wir die Räder dem Begleitbus und wandern in einer knappen Stunde auf eine Anhöhe. Die folgende Abfahrt bietet das malerische Bild einer konturenreichen Landschaft, geprägt von einer Vegetation, die dank eines besonders günstigen Klimas süditalienische Züge trägt. In dem kleinen Weiler Arquà Petrarca begegnen wir interessanten Zeugnissen aus dem Leben des Dichters Petrarca, der hier seine letzten Jahre in Buße und Einkehr verbrachte. Nach Verlassen der Euganeischen Hügellandschaft führt unsere Route weiter im Ebenen dem Meer entgegen durch eine reiche Agrarlandschaft, kaum über dem Meeresspiegel gelegen. Wir überbrücken ein kleines, nicht mehr so reizvolles Wegstück mit dem Bus und erreichen mit Chioggia ein venezianisches Szenarium en miniature, mit Palästen und Kirchen und einer bezaubernden Kanallandschaft. Unser heutiges Domizil ist das altehrwürdige „Hotel Grande Italia“ mit Stilelementen vom Beginn des 20. Jh, sehr komfortabel und direkt am Wasser gelegen.

3. Tag | Dienstag | Chioggia - Scorzè | 24 km

Unweit des Fischereihafens, der zu den wichtigsten Italiens zählt und am Morgen voller Betriebsamkeit ist, beginnen wir unser heutiges Inselhüpfen. Nacheinander setzen wir mit dem Schiff über auf die Laguneninseln Pellestrina und Lido und schließlich nach Venedig selbst. Auf Pellestrina radeln wir gut 10 km über einen schmalen Inselstreifen mit dem Blick nach links in die Weiten der venezianischen Lagune, nach rechts auf das offene Meer. Bereits am späten Vormittag ist die „Serenissima“ erreicht. Auf einem gut einstündigen Rundgang zeigen wir Ihnen viel Sehenswertes rund um den Markusplatz. Nach der Mittagspause bleibt genügend Zeit für einen Bummel auf eigene Faust durch diese „schönste Stadt der Welt“, bevor uns am frühen Abend Bus oder Zug zu unserem heutigen Tagesziel auf der „Terraferma“, dem venezianischen Festland, bringt. Dort erwartet uns die Familie Martinelli in ihrer prächtigen „Villa Soranzo-Conestabile“, einem 300 Jahre alten ehemaligen Landsitz, in den 70er Jahren in ein komfortables Hotel mit stilvollem Restaurant umgestaltet.

 

 

4. Tag | Mittwoch | Scorzè - Follina | 43 km

Wir radeln weiter Richtung Norden, vorbei an bemerkenswerten Villen, unter ihnen zwei Hauptwerke Palladios: die Villa Cornaro in Piombino Dese und die Villa Emo in Fanzolo. Nach eingehender Besichtigung überbrücken wir ein Wegstück per Bus und sind nach gut halbstündiger Fahrt mitten in den Weinhügeln des Prosecco. Ein vollkommen anderes Bild bietet sich nun unserem Auge. Unvermutet tauchen wir ein in eine hübsche Weinbergszenerie mit kleinen, ursprünglichen Winzerdörfern. Etwas auf und ab führt unsere reizvolle Route nach Follina, bereits an den Ausläufern der Alpen gelegen. Wir werden heute stilvoll aufgenommen im „Hotel dei Chiostri“, einem sehr angenehmen Haus unweit des den Ort dominierenden alten Klosterkomplexes einer ehemaligen Zisterzienserabtei. Abendessen im vorzüglichen Ristorante „La Corte“.

5. Tag | Donnerstag | Follina - Montebelluna | 32 km

Am Morgen nach dem Frühstück besichtigen wir zunächst die Zisterzienserabtei. Es bleibt dann noch etwas Zeit, um ein bisschen über den immer donnerstags abgehaltenen Wochenmarkt von Follina zu schlendern, auf dem landestypische Produkte feilgeboten werden. Erst am späteren Vormittag besteigen wir wieder unsere Räder. Auf verkehrsarmen Nebenstraßen geht es noch einmal, mehr ab- als aufwärts, durch verschlafene Weindörfer des Prosecco, bevor wir am Nachmittag nach Überquerung des Flusses Piave wieder ebeneres Gelände erreichen. Kurz vor unserem Tagesziel statten wir noch der am Wegesrand befindlichen Villa Sandi, einem stattlichen Bau des 17. Jahrhunderts in palladianischem Stil mit einem sehenswerten Weinkeller, einen Besuch ab. Etwas oberhalb von Montebelluna liegt unser heutiges Domizil, das „Hotel Bellavista“, dessen Name hält, was er verspricht. Zum Abendessen sind wir heute in einer gepflegten Trattoria gleich um die Ecke.

 

6. Tag | Freitag | Montebelluna - Bassano del Grappa | 36 km

Nach kurzer Fahrt stehen wir vor einem weiteren Meisterwerk Palladios, der Villa Barbaro in Masèr, erbaut am Fuße eines bewaldeten Hügels und ausgestattet mit einer vor Lebenslust sprühenden Freskendekoration aus der Hand Paolo Veroneses. Teils per Rad, teils zu Fuß erreichen wir zur frühen Mittagsstunde das mittelalterliche Asolo mit seinem pittoresken Ortsbild in einer hügelreichen, an die Toskana erinnernden Landschaft. In diesem Umfeld erhielt die venezianische Renaissancemalerei wesentliche Impulse. Über eine hübsche Strecke im Tal unterhalb des mächtigen Bergrückens des Monte Grappa sind wir frühzeitig in Bassano del Grappa, einem hübschen Landstädtchen an der Brenta. Hier erwartet uns zum Reiseabschluss das „Hotel Belvedere“ oder das nur wenige Schritte entfernte, unter gleicher Führung stehende „Hotel Palladio“. Es bleibt genügend Zeit für einen Bummel durch die gewundenen Gassen mit ihren Laubengängen und charakteristischen Häusern. Eine Flasche des hier „ansässigen“ Grappa aus einer der zahlreichen Brennereien am Ort könnte ein geeignetes Mitbringsel von der Reise sein.

7. Tag | Samstag | Bassano del Grappa - Vicenza | 43 km

Wir verlassen das malerische Städtchen über den „Ponte degli Alpini“, die gedeckte Holzbrücke über der Brenta - auch diese auf Entwürfe Palladios zurückgehend - und radeln weiter südwärts den Fluss entlang, der hier in der Ebene noch den Charakter eines ungezügelten Gebirgsflusses hat. Den Weg säumen schöne Höfe und Landvillen. Auf einem kleinen, wenn auch etwas vom Autoverkehr beeinträchtigten Umweg, sehen wir die Villa, bei deren Bau sich die berufliche Wende des bereits 32-jährigen Palladio vom Steinmetz zum Architekten vollzog. Wir durchqueren noch einmal die Altstadt Vicenzas per Rad und sind bereits am frühen Nachmittag am Vicentiner Bahnhof. Per Zug erreichen Sie von hier noch am selben Tag München bzw. Venedig und Verona sowie deren Flughäfen mit Verbindungen in viele deutsche Städte.