
Diese sehr abwechslungsreiche Reise beginnt in Danzig, der ehemaligen „Perle der Hanse”, und führt Sie durch die turbulente Geschichte Ostpreußens sowie durch einsame Landschaften, wie man sie in Deutschland nicht mehr findet. Eine Radelpartie durch die Vergangenheit, aber auch durch einen Teil zukünftiges Europa. Ein Ausflug nach Königsberg (Kaliningrad) ist ein besonderes Erlebnis. Dort begegnet man den Spuren der „deutschen” Stadt am Rande der russischen Gegenwart, spürt die Sehnsucht nach einem besseren Leben, wird Zeuge des langsamen Aufschwungs aus den Trümmern der Geschichte. Diese Reise durch Ermland und Oberland, entlang der Weichsel bis hin zur Marienburg lässt uns die Sehnsucht der dort Geborenen verstehen: „Wenn ich an die Wälder und Seen Ostpreußens denke, an die weiten Wiesen und alten Alleen, dann bin ich sicher, dass sie noch genauso unvergleichlich schön sind wie damals, als sie mir Heimat waren. Vielleicht ist dies der höchste Grad der Liebe: zu lieben ohne zu besitzen.” (Marion Gräfin Dönhoff)
Die Route verläuft fast gänzlich abseits des Verkehrs, mit Ausnahme eines Streckenabschnitts von 10 km mit höherem Verkehrsaufkommen. Eine Radreise, die dem ambitionierten Flachlandradler Freude bereitet. Zudem gute Weg- und Straßenverhältnisse – nur vereinzelt Kopfsteinpflaster oder Sandwege. Am 2. Tag durch die Elbinger Höhe und am 4. Tag durch das Oberland vereinzelt kurze Anstiege. Insgesamt eine einfache Reise (219 km).
Neben einem Spitzenhaus in Danzig gehören die Hotels der ordentlich geführten, komfortabel ausgestatteten Mittelklasse an, auch wenn ein Zimmer einmal etwas nüchterner ausfallen kann. Eine Doppelübernachtung.
Flug: Sie können Ihren Flug nach Danzig über Rotalis buchen (mit Lufthansa und Partnergesellschaften) oder diesen selbst organisieren (beachten Sie ggf. auch Billigflug-Angebote). Vom Flughafen erreichen Sie das Starthotel in etwa 25 Min. per Taxi (nicht im Reisepreis enthalten).
Bahn: Tägliche Nachtzugverbindungen Berlin – Danzig oder Berlin – Stettin – Danzig (etwa 8,5 Stunden). Vom Bahnhof zum Starthotel empfiehlt sich ein Taxi (nicht im Reisepreis enthalten).
PKW: Ihren Wagen können Sie während der Reisezeit gegen Gebühr in einer hotelnahen Garage unterstellen.
Für welche Art der Anreise Sie sich auch entscheiden, in den ausführlichen „Rotalis-Reiseinformationen“, die Sie zusammen mit der Teilnahmebestätigung erhalten, finden Sie viele nützliche Hinweise.
Im „Hotel Hanza“ steht Ihnen ab 14 Uhr Ihr Hotelzimmer zur Verfügung, einem der renommiertesten Häuser Danzigs, direkt am Krantor im Zentrum der Stadt gelegen. Die Übernachtung von Samstag auf Sonntag (mit Frühstück) ist bereits Teil des Reisearrangements. Mit seinen zahlreichen architektonischen Glanzpunkten bietet sich Danzig geradezu an für einen Zusatzaufenthalt. Bei Buchung über Rotalis räumt Ihnen das „Hotel Hanza“ Vorzugspreise ein. Ein Ausflug in den nahe gelegenen mondänen Badeort Zoppot ist sicher ebenfalls reizvoll. Näheres finden Sie in den „Rotalis-Reiseinformationen“, die Sie mit der Teilnahmebestätigung erhalten.
Für den Ausflug nach Königsberg (Kaliningrad, Russland) besorgen wir Ihnen das hierfür nötige Visum. Ein gültiger Reisepass ist unerlässlich. Mit der Buchungsbestätigung erhalten Sie einen Vordruck, den Sie uns bitte ausgefüllt zurücksenden. Alles Weitere erledigen wir für Sie. Die Kosten des Visums sind im Reisepreis enthalten.
Nach dem Frühstück begeben wir uns auf einen Rundgang durch die nach dem 2. Weltkrieg meisterhaft wieder aufgebaute Danziger Altstadt. Obwohl hin und wieder als „Freilichtmuseum“ kritisiert, ist die Restauration so gelungen, dass sie als Kunstwerk angesehen werden kann. Die bewegte tausendjährige Geschichte der „Perle der Hanse“ scheint in den alten Gassen greifbar nah. Um die unangenehme Stadtausfahrt zu vermeiden, bringt uns ein Bus in kurzer Fahrt in das dünn besiedelte Danziger Werder. Wir radeln durch eine fruchtbare, teils unterhalb des Meeresspiegels liegende Landschaft, die im 17. Jahrhundert von holländischen Einwanderern besiedelt wurde. Nach diesem zum Einradeln idealen Abschnitt lassen wir einen kurzen Anstieg hinter uns, um bald ans Frische Haff zu gelangen. Am späten Nachmittag erwartet uns das historische und sehr komfortable Hotel „Kadyny Country Club“ (Schwimmbad). Am Abend werden wir in der ehemaligen Wodkabrennerei Kaiser Wilhelms II verköstigt.
Der heutige Tag beginnt mit einer Wanderung auf die Elbinger Höhe, vorbei an einer tausendjährigen Eiche und den Ruinen eines Franziskanerklosters. Nach einer guten Stunde, mit herrlichen Ausblicken auf das Frische Haff, stehen in einem Eichenwald die Räder für uns bereit. Wir durchfahren eine leicht hügelige Landschaft von Mischwäldern, Wiesen, Baumalleen und aus rotem Backstein erbauten Gehöften — insgesamt ein Bild, das sich in den letzten hundert Jahren wohl kaum verändert hat. Nach dem Überqueren der ehemaligen, heute kaum genutzten Reichsautobahn Berlin – Königsberg erreichen wir das von seinem Dom überragte Städtchen Frauenburg. Der im 14. Jh. erbaute Domkomplex ist kunsthistorischer Höhepunkt des Ermlands und beeindruckt insbesondere durch sein Äußeres. Hier wirkte Kopernikus, Vater der modernen Astronomie, vierzig Jahre lang als Domkanoniker. Auf einer meist ebenen, teilweise etwas verkehrsbelasteten Strecke, mit gelegentlichem Blick auf das Haff, radeln wir nach Cadinen zurück. Zweite Übernachtung im Hotel „Kadyny Country Club“.
Ein Bus bringt uns in das etwa 95 km entfernte Kaliningrad. Nachdem wir die Grenze nach Russland, meist ohne größere Verzögerungen, passiert haben, bekommen wir einen interessanten Einblick in die ländlichen Gegenden des Kaliningrader Gebiets. In Kaliningrad angekommen, sehen wir in fachkundiger und gut Deutsch sprechender Begleitung die Reste einer der ehemals reichsten deutschen Städte, insbesondere den restaurierten Dom und das Grab Immanuel Kants. Obwohl das im 2. Weltkrieg fast völlig zerstörte Königsberg von den Sowjetherrschern bewusst nicht wieder aufgebaut wurde, ist ein Besuch dieser vom Schicksal schwer geprüften Stadt sehr interessant. Am späten Nachmittag kehren wir nach Polen zurück, wo wir in dem etwas sozialistisch anmutenden, aber ordentlichen „Hotel Gromada“ unweit der teilweise wieder aufgebauten Altstadt von Elbing empfangen werden. Zu Abend essen werden wir in einem viel gelobten Stadtrestaurant.
Wir beginnen den Tag am frühen Morgen mit einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt von Elbing zum Schiffsanleger. An Bord eines kleinen Ausflugsdampfers begeben wir uns auf eine zweieinhalbstündige Fahrt über den Drusensee, einmalig wegen seiner Vielfalt an Wasservögeln, und weiter durch den romantischen Oberlandkanal, eine technische Meisterleistung aus dem 19. Jahrhundert: „Durchs Oberland fließt ein Kanal. Die Schiffe trotzen jedem Hügel. Sie rollen über Bug und Berg als hätten Schienen Engelsflügel“ (O.E. Satler). Unsere Radetappe beginnt an einer der „geneigten Ebenen“ des Kanals, zunächst entlang seinem Lauf, dann weiter durch die sanfte und sehr ursprüngliche Landschaft des Oberlands. Am Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel, das äußerst komfortable Hotel „Mlyn Klekotki“ mit Bademöglichkeit am nahe gelegenen See.
Godkowo – Marienburg (38 km)
Heute radeln wir durch die weitläufige und unberührte Oberländer Seenplatte auf weitgehend flachen und einsamen Nebenstraßen. Immer wieder tauchen nach längeren Waldstücken naturbelassene Seen auf. Zur Mittagszeit erreichen wir die Ruine des ehemals schönsten Palasts Ostpreußens, Schloss Finckenstein, dessen Ruhm teilweise darauf beruht, dass Napoleon hier 1807 sein Winterquartier aufschlug. Nach Weiterfahrt durch kleinere, an das vorletzte Jahrhundert erinnernde Dörfer steigen wir am Nachmittag in den Zug nach Marienburg. Nach Ankunft im direkt auf dem Burggelände liegenden Hotel „Zamek“ begeben wir uns auf eine Führung durch das ehemalige Machtzentrum des Deutschen Ritterordens. Die gewaltigen Ausmaße der größten Backsteinburg Europas hinterlassen auch heute noch einen tiefen Eindruck.
Direkt aus der Burganlage hinaus führt unsere Radelstrecke entlang der Nogat zur Weichsel. Auf einer Anhöhe oberhalb des Stroms erblicken wir die noch weitgehend unberührte Flusslandschaft der Weichselniederung. Auf idealen Radwegen entlang des Weichseldamms erreichen wir die fruchtbare Ebene nördlich von Marienwerder. Schon aus der Ferne erkennen wir die imposante, hoch über der Flussniederung thronende Domanlage der Stadt mit ihrem charakteristischen „Dansker“. An diesem bemerkenswerten Ort mit herrlichem Ausblick über das ehemalige Grenzgebiet zwischen Ostpreußen und dem polnischen Korridor geben wir unsere Räder ab und sind mit dem Bus in etwa eineinhalbstündiger Fahrt in Danzig, wo uns wieder das „Hotel Hanza“ aufnimmt. Unseren gastronomischen Abschluss feiern wir in einem unter Danzigern sehr beliebten Restaurant mit traditionellem Ambiente.
Wenn es der Zeitplan Ihrer Rückreise nach Deutschland erlaubt, haben Sie Gelegenheit, die ehemalige Hansestadt noch aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen: auf einer Schiffspartie durch den Hafen zur Westerplatte, auf der 1939 die ersten Schüsse des zweiten Weltkriegs fielen. Die Verteidigung dieser kleinen Halbinsel zwischen Toter Weichsel und Danziger Bucht wurde zum Symbol des polnischen Widerstands. Die Reise endet kurz vor Mittag am Hotel, so dass Sie bis zum Abend problemlos noch alle deutschen Flughäfen erreichen können (Rückflug möglich ab 14 Uhr). Mit der Bahn kommen Sie bis in die Abendstunden nach Berlin. Tipps bezüglich eines Zusatzaufenthaltes in Danzig finden Sie in den „Rotalis-Reiseinformationen“, die Sie mit der Teilnahmebestätigung erhalten.